Praxiswissen Sanierung

U-Wert / Wärmedurchgangskoeffizient

Bei der Beurteilung der Wärmedämmeigenschaften von Gebäudeteilen, zum Beispiel Außenwänden oder Fenstern, wird der Wärmedurchgangskoeffizient (Einheit W/(m2K)) betrachtet, der sogenannte U-Wert (früher k-Wert). Der U-Wert gibt an, wie viel Wärme durch 1 m2 eines Bauteils bei einem Temperaturunterschied von 1 Kelvin (K) zwischen innen und außen abströmt. Die Wärme wandert von der warmen zur kalten Seite, also im Winter von innen nach außen. Der U-Wert beziffert die Eigenschaft des Bauteils, wie viel Wärme es durchlässt.

Ein hoher U-Wert bedeutet einen starken Wärmestrom, also hohe Wärmeverluste. Je niedriger der U-Wert, desto besser ist also die Wärmedämmung des Bauteils. Beim U-Wert für Fenster ist meist ein weiterer Index für das betrachtete Bauteil angegeben: g = Glas, f = Rahmen (engl. frame), w = gesamtes Fenster (engl. window).

Da die Verglasung mittlerweile optimale Dämmeigenschaften aufweist, wird häufig nur mit dem Ug-Wert geworben. Hier muss man also aufmerksam sein. Denn bei unzureichender Rahmendämmung kann der Uw-Wert (des gesamten Fensters) dann deutlich schlechter sein.

Umweltfreundliche Dämmstoffe

Die Vorteile ökologischer Dämmstoffe sind ein schonenderer Umgang mit fossilen und mineralischen Ressourcen, weniger Schadstoffbelastung bei der Herstellung und die Verminderung gesundheitlicher Risiken im Wohnumfeld. Die teilweise geringere Dämmwirkung kann schon durch wenige Zentimeter mehr an Dämmdicke ausgeglichen werden. Organische Dämmstoffe sind dabei nicht per se umweltfreundlicher als anorganische. Betrachtet man die gesamte Ökobilanz eines Baustoffes, dann sind der Einsatz von Recyclingmaterialien und die spätere Rückbaubarkeit der Materialien ebenfalls relevant. Von großer Bedeutung ist auch die Energie, die für Herstellung, Verarbeitung, Einbau und Transport von Material und Maschinen sowie die Entsorgung bzw. Wiederaufbereitung eines Baustoffes benötigt wird – der sogenannte „Primärenergiegehalt“. Dämmstoffe sollten einen niedrigeren Primärenergiegehalt aufweisen, als sie über ihre Lebensdauer an Energie einsparen.

Die Ökobilanz von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen wie Hanf, Flachs, Zellulose oder Holzfasern ist über den gesamten Lebenszyklus besonders umweltfreundlich.

Informationen und Marktübersicht: http://baustoffe.fnr.de

Für besonders umweltfreundliche und emissionsarme Wärmedämmstoffe, Unterdecken und Wärmedämmverbundsysteme gibt es das Umweltsiegel „Blauer Engel“.

Informationen: www.blauer-engel.de

Schimmel vermeiden

„Schimmel“ ist ein Begriff für ca. 200.000 verschiedene Arten von Fadenpilzen. Diese benötigen, um zu leben, Luft, auskömmliche Temperaturen und Nährstoffe wie Staub – was fast überall vorhanden ist – und Wasser. Schimmelpilze können nur wachsen, wenn eine bestimmte Mindestfeuchte vorhanden ist. Dabei ist nicht die Gesamtfeuchte des Materials ausschlaggebend, sondern nur das den Pilzen zur Verfügung stehende „freie“ Wasser. Sie wachsen auch auf und in Materialien, die nicht sichtbar nass sind. Eine relative Luftfeuchtigkeit von ungefähr 80 % an der Oberfläche des Materials genügt dabei.

Wasserdampf kondensiert an Oberflächen, wenn Luftfeuchtigkeit auf eine kalte Oberfläche trifft, zum Beispiel beschlagen Fensterscheiben – auch im Auto. Das bedeutet: Die unsichtbare Luftfeuchtigkeit fällt in flüssiger Form als Wasser an. Kalte Oberflächen mit Gefahr von Schimmelbildung gibt es, wenn es

a)         draußen kalt ist und

b)         die Wände die Kälte bzw. Wärme gut hindurchlassen, also nicht gedämmt sind.

 

Fazit: Dämmung verursacht keinen Schimmel – Dämmung beseitigt Schimmel.

Außerdem: Ein Gebäude „atmet“ nicht. Allerdings müssen CO2, Wasserdampf, Schadstoffe von Möbeln, Farben usw. nach draußen transportiert und durch Sauerstoff ersetzt werden. Dieser Transport geschieht durch Lüftung, und das entweder – in alten Gebäuden – durch Fugen und das Öffnen der Fenster oder durch eine Lüftungsanlage.

Jürgen Ramming, Energieagentur Oberfranken e. V.