Energie intelligent nutzen

Lastmanagement und Stromspeicher

Der Vorteil liegt auf der Hand: Ist der Anteil des selbst erzeugten Stroms am gesamten Haushaltsstrom relativ hoch, dann muss weniger Strom zugekauft werden und der Haushalt wird zunehmend unabhängiger von steigenden Strompreisen. Wie groß die Eigenverbrauchsquote einer PV-Anlage ist, hängt von individuellen Faktoren ab. Wenn ein Haushaltsmitglied tagsüber zu Hause ist, lässt sich die Eigenverbrauchsquote mit einfachen Mitteln erhöhen – beispielsweise durch einen sinnvollen Einsatz stromintensiver Haushaltsgeräte genau in den Stunden, in denen die Sonne scheint. Eine solche Lastverschiebung kann aber auch durch den Einsatz von Zeitschaltuhren erreicht werden. Eine Alternative sind automatisierte Hausanlagen, die Hausgeräte genau dann automatisch einschalten, wenn die Sonne scheint und die PV-Anlage einen hohen Ertrag liefert.

Um den Anteil des selbst verbrauchten Stroms noch weiter zu erhöhen, gibt es weitere Möglichkeiten:

  • Mithilfe eines Batteriespeichers kann der in den Sonnenstunden erzeugte Strom zeitversetzt, also zum Beispiel in den Abendstunden, genutzt werden. Damit werden Sie unabhängig vom schwankenden Sonnenangebot. Auch ein Elektro-auto kann so als Batteriespeicher dienen.

  • Wird die PV-Anlage mit einer Wärmepumpe verknüpft, dann wird der überschüssige Strom quasi mittelbar in Wärme umgewandelt. Und die Wirtschaftlichkeit der Wärmepumpe erhöht sich, wenn der Strom hierfür selbst erzeugt wird.

  • Alternativ zum Stromspeicher im Keller bieten manche Energieversorgungsunternehmen virtuelle SolarClouds an: D. h. wer seinen Strom einspeist und ihn zu einem anderen Zeitpunkt wieder entnimmt, bekommt die Kilowattstunden zu einem Sondertarif „zurückgeliefert“.

  • Power to heat: Der Überschussstrom kann durch die Erwärmung von Wasser auch unmittelbar in Wärme umgewandelt werden. Dabei wird der elektrische Heizstab eines Pufferschichtenspeichers elektrisch erhitzt und erzeugt so warmes Wasser für die Heizung oder Brauchwassernutzung. Durch eine Infrarotheizung ist eine direkte Umwandlung des Überschussstroms in warme Raumluft möglich.

Förderung für Batteriespeicher und Lastmanagement

Photovoltaikanlagen, bei denen die Stromerzeugung mit Energiespeichern und/oder Lastmanagement kombiniert wird, werden weiterhin von der KfW gefördert. Die Fördermittel stehen als zinsgünstige Darlehen in den KfW-Programmen „Erneuerbare Energien – Standard“ und „Erneuerbare Energien – Speicher“ zur Verfügung sowie im 10.000-Häuser-Programm der Bayerischen Staatsregierung.

Smart Home und Smart Meter

Einige Energieversorger bieten ihren Kunden sogenannte Smart Meter an, intelligente Stromzähler, die die Verbrauchsdaten des Kunden speichern und anschaulich auswerten. Auf diese Weise können dem Verbraucher individuellere, dem eigenen Tagesablauf und Energieverbrauch angepasste Energiekosten angeboten werden. Für den Nutzer wird außerdem der eigene Energieverbrauch transparenter gemacht – ein wichtiger Schritt, um das alltägliche Nutzerverhalten zu hinterfragen und Energiesparmaßnahmen umsetzen zu können.

Einen Schritt weiter gehen Smart Home-Systeme. Im klugen Haus der Zukunft sind Haustechnik und Haushaltsgeräte, zum Beispiel Heizung, Beleuchtung, Rollläden, aber auch die Waschmaschine oder der Herd, untereinander vernetzt und werden über eine Schnittstelle gemeinsam gesteuert. So können Geräte zum Beispiel übers Smartphone ferngesteuert werden, Abläufe automatisiert und Daten ausgewertet werden. Was nach technischen Spielereien und erhöhtem Wohnkomfort klingt, bietet verschiedenste Möglichkeiten, Energie effizienter zu nutzen als in der Vergangenheit.

Wer seinen Strom über eine Photovoltaikanlage selbst produziert, kann zum Beispiel über eine smarte Regulierung der Haushaltsgeräte den Eigenverbrauch erhöhen. Licht und Heizung können bedarfsgerecht gesteuert werden, sodass sich die Beleuchtung und Wärmeregulierung der Räume nicht nur am Tagesablauf, sondern an der tatsächlichen Anwesenheit der Bewohner orientiert. Sensoren können dafür sorgen, dass die Heizkörper abgedreht werden, sobald Türen und Fenster geöffnet sind. Bei einem nachträglichen Einbau eines Smart Home-Systems muss vor allem darauf geachtet werden, dass sich alle Komponenten von unterschiedlichen Herstellern in das System einbinden lassen – denn hier gibt es noch keinen herstellerübergreifenden Standard. Auch die Möglichkeiten einer Erweiterung sollten Sie bedenken, wenn Sie in Zukunft weitere Elemente wie Unterhaltungselektronik oder eine Alarmanlage in das System einbinden möchten.

Elektromobilität

Die Verkehrs- bzw. Mobilitätswende soll zusätzlich zur Stromwende und zur Wärmewende einen großen Beitrag zur Senkung unserer CO2-Emissionen leisten. Die Elektromobilität spielt dabei eine zukunftsweisende Rolle. Die Kreistagsgremien haben sich einstimmig dazu entschieden, die emissionsfreie Elektromobilität im Landkreis Kulmbach zu unterstützen. Damit positioniert sich der Landkreis zukunftsorientiert für eine alternative Antriebsform.

Ein gewichtiges Argument für den verstärkten Einsatz von Elektromobilität auf unseren Straßen ist die zunehmende Feinstaubbelastung, die wir reduzieren müssen. Das Ziel der Bundesregierung lautet: Bis 2020 sollen eine Million Elektroautos auf deutschen Straßen rollen. Noch sind wir weit davon entfernt, doch die Elektromobilität gewinnt zunehmend an Bedeutung, besonders wenn die Themen Gesundheit, Klimaschutz, Klimawandel und Anpassungsstrategien im Fokus stehen.

Der Landkreis Kulmbach selbst beschäftigt sich seit fünf Jahren mit der Elektromobilität. Eine Fuhrparkanalyse hat ergeben, dass viele Dienstfahrten innerhalb unseres Landkreisgebietes stattfinden und somit E-Fahrzeuge durchaus geeignet sind. Mittlerweile haben wir drei Elektrofahrzeuge im Fuhrpark des Landratsamtes. Das Aufladen der elektrischen Dienstfahrzeuge garantieren installierte Wallboxen in der Tiefgarage des Landratsamtes.

Für die Städte und Gemeinden im Landkreis wurde in Kooperation mit der N-ERGIE (Städtische Werke Nürnberg), die seit Jahren unser Mitgliedspartner im Forum Klimaschutz der Europäischen Metropolregion Nürnberg ist, ein Modellprojekt zum Aufbau einer flächendeckenden Ladeinfrastruktur initiiert.

Praxiswerkstatt E-Mobilität – Treffpunkt Elektromobilität

In Zusammenhang mit der E-Mobilität gibt es viele Fragen, und es gilt, Berührungsängste abzubauen. Daher hat das Klimaschutzmanagement des Landkreises Kulmbach in Kooperation mit der Energieagentur Oberfranken e. V. für interessierte Bürgerinnen und Bürger den „Treffpunkt Elektromobilität“ initiiert.

Im Fokus steht dabei die Praxis: Fahrer von E-Autos geben ihre Erfahrungen weiter und berichten, wie das Aufladen funktioniert, wie lange es in der Praxis wirklich dauert, welche realistischen Reichweiten die verschiedensten E-Autos haben oder welche Beweggründe sie für das Fahren eines E-Autos haben.

Weitere Informationen sowie die Standorte von Ladesäulen im Stadtgebiet Kulmbach sowie im ganzen Landkreis finden Sie unter:

http://www.landkreis-kulmbach.de/index.php?id=903 

Weitere Informationen:

http://www.bafa.de/DE/Energie/Energieeffizienz/energieeffizienz_node.html;jsessionid=56352B1892F74E8A3B5A8068ADD432B5.1_cid387

https://www.adac.de/infotestrat/umwelt-und-innovation/default.aspx

Photovoltaikanlage auf dem Dach des Beruflichen Schulzentrums Kulmbach: Hier wird der erzeugte Strom direkt in das Netz des Gebäudes eingespeist.

Im August 2016 hat der Landkreis Kulmbach auf dem Besucherparkplatz des Landratsamtes eine öffentliche E-Ladesäule in Betrieb genommen. Hier kann an sieben Tagen in der Woche, rund um die Uhr, geladen werden.